Meine erste Reise nach Island allein auf der Insel fand Ende Februar bis Anfang März 2018 statt. Der isländische Winter zeigte sich dabei von seiner besten Seite: sieben Tage lang strahlender Sonnenschein, überall lag Schnee und die Landschaft wirkte wie aus einem Bilderbuch. Meine Unterkunft hatte ich in Reykjavík, doch mein Abenteuer führte mich weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Zum ersten Mal erkundete ich den Süden Islands. Ich fuhr entlang der Ringstraße und machte Halt an einigen der beeindruckendsten Naturwunder des Landes. Der Skógafoss, ein majestätischer Wasserfall, dessen herabstürzende Wassermassen mich in Staunen versetzten, war einer meiner ersten Stopps. Weiter ging es am berüchtigten Vulkan Eyjafjallajökull vorbei, der 2010 durch seinen Ausbruch weltweite Aufmerksamkeit erlangte. Ich besuchte den märchenhaften Seljalandsfoss, hinter dessen Wasserwand man hindurchlaufen kann, sowie das Kap Dyrhólaey mit seinen spektakulären Felsformationen. Mein Ziel war das kleine, aber charmante Städtchen Vík, bekannt für seine schwarzen Sandstrände und die beeindruckende Küstenlandschaft.
Natürlich durfte ein Ausflug zum berühmten Golden Circle nicht fehlen. Dort bestaunte ich den aktiven Geysir Strokkur, der regelmäßig imposante Wassersäulen in den Himmel schleudert. Der Gullfoss, einer der spektakulärsten Wasserfälle Islands, beeindruckte mich mit seinen vereisten Kaskaden. Ein weiteres Highlight war der Kratersee Kerið, dessen tiefblaues Wasser in starkem Kontrast zur rötlichen Vulkanerde steht, jetzt im Winter aber gefroren war. Im Þingvellir-Nationalpark unternahm ich eine ausgiebige Wanderung durch die faszinierende Spalte zwischen der eurasischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte.
Da es noch keine Hochsaison war, wirkte die Insel vergleichsweise leer – ein Segen für einen ruhesuchenden Reisenden wie mich. Diese Reise prägte mich nachhaltig. Ich tauchte tief in die isländische Kultur ein, hörte erstmals isländische Musik, schlenderte durch Supermärkte und entdeckte viele lokale Spezialitäten. Besonders angetan hatte es mir der isländische Skyr, der mir persönlich deutlich besser schmeckt als seine deutschen Varianten.
Island im Winter erlebte ich als magisch, ruhig und dennoch voller Abenteuer. Diese Reise war nicht nur eine Erkundung der beeindruckenden Natur, sondern auch eine Begegnung mit mir selbst – und der Beginn meiner großen Liebe zu dieser einzigartigen Insel.
Autor: Philipp – Gründer von Dein Island und Autor Reiseführer "Dein Island - 50 Stopps an der Ringstraße"
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