Mitte Februar hat sich am berühmten schwarzen Sandstrand Reynisfjara an Islands Südküste etwas ereignet, das selbst viele Einheimische überrascht hat: Innerhalb weniger Tage haben starke Winterstürme und ungewöhnliche Meeresströmungen große Teile des Strandes abgetragen. Besucher, die den Ort kennen, berichten, dass Abschnitte, auf denen man sonst problemlos spazieren konnte, plötzlich verschwunden sind. Teilweise reicht das Meer nun bis direkt an die imposanten Basaltsäulen heran, und Bereiche am Fuße des Reynisfjall sind eingebrochen oder nicht mehr zugänglich.
Der Strand bei Reynisfjara gilt als einer der spektakulärsten Orte Islands, berühmt für seinen pechschwarzen Sand, die mächtigen Wellen des Atlantiks und die markanten Felsnadeln von Reynisdrangar, die vor der Küste aus dem Wasser ragen. Doch gerade diese Lage macht ihn auch anfällig für die Kräfte des Ozeans. In diesem Winter trafen mehrere Faktoren zusammen: ungewöhnlich starke Ostwinde, anhaltend hohe Wellen und Strömungen, die den Sand nicht wie üblich entlang der Küste transportierten, sondern hinaus aufs Meer zogen. Normalerweise sorgen andere Windrichtungen dafür, dass neuer Sand nachgeliefert wird und der Strand sich immer wieder regeneriert. Dieses natürliche Gleichgewicht wurde nun offenbar gestört.
Auch wenn es dramatisch wirkt, ist Reynisfjara nicht „verschwunden“. Islands Küstenlandschaften sind dynamisch und verändern sich ständig. Es ist gut möglich, dass sich der Strand in den kommenden Monaten oder Jahren teilweise wieder aufbaut, wenn sich Wetter- und Strömungsverhältnisse ändern. Dennoch zeigt das Ereignis eindrucksvoll, wie schnell sich selbst scheinbar unveränderliche Orte in Island wandeln können.

Für Reisende bedeutet das vor allem, dass ein Besuch weiterhin möglich ist, man sich jedoch auf ein anderes Bild einstellen sollte als auf vielen bekannten Fotos. Gleichzeitig hat sich die ohnehin schon vorhandene Gefahr durch sogenannte Sneaker Waves noch verstärkt, da das Meer näher an die Felsformationen heranreicht und weniger Ausweichfläche vorhanden ist. Vorsicht und Abstand zum Wasser sind daher wichtiger denn je.
Der Wandel am Reynisfjara ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Islands Natur kein statisches Postkartenmotiv ist, sondern eine lebendige Landschaft, die ständig in Bewegung ist. Wer den Strand jetzt besucht, erlebt ihn in einer seltenen, rohen Phase — vielleicht weniger „perfekt“ als früher, dafür umso eindrucksvoller als Zeugnis der gewaltigen Kräfte von Wind und Meer, die diese Insel seit Jahrtausenden formen.
Du willst selber mal am Reynisfjara Beach vorbeischauen? Dafür findest du folgende fertige Reiseberatungen:
- Der Süden - Klassiker für 2 bis 3 Tage um Islands Süden kennen zu lernen
- 7-21 tägige Island Rundreisen: Einmal entlang der Ringstraße - die Rundreisen inklusive Südisland am Reynisfjara Beach
Autor: Philipp – Gründer von Dein Island und Autor Reiseführer "Dein Island - 50 Stopps an der Ringstraße"
Kommentar schreiben